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Was macht eigentlich Steffen Klusmann?

Was macht eigentlich Steffen Klusmann? Steffen Klusmann (Foto: 365 Sherpas / Foto: David Maupile)

Wenn es um Spitzenpositionen in der Branche geht, wird Klusmanns Name jedes Mal gehandelt. „kress pro“-Chefredakteur Markus Wiegand liefert die Analyse.

Berlin – Nach dem verlorenen Machtkampf gegen Geschäftsführer Stefan Ottlitz Mitte 2023 ist es ruhig geworden um den Ex-„Spiegel“-Chef. Anfang des vergangenen Jahres meldet die PR-Beratung 365 Sherpas, dass Klusmann Mitglied ihres Advisory Council wird. Und weil die Kommunikationsprofis die Mitteilung, wie in diesem Gewerbe üblich, mit allzu vielen sprachlichen Girlanden versahen, klang das für viele, als sei der führungserfahrene Ex-Chef von „Manager Magazin“ und „Financial Times Deutschland“ ein echter Neuzugang.

 

Tatsächlich steht Klusmann, der mit den Sherpas in der Relotius-Krise zusammengearbeitet hatte, nicht auf der Gehaltsliste der PR-Beratung, sondern schleppt sein Zeug in eigener Sache lieber selbst in kommunikative Höhen, schreibt „kress pro“-Chefredakteur Markus Wiegand in seiner Kolumne „Aus unseren Kreisen“ und weiter:

 

Dabei konzentriert er sich auf journalistische Beratung. So war er schon für die „Süddeutsche“ tätig und soll helfen, die schlafenden Digital-Riesen gmx.de und web.de aufzuwecken. Dazu hat er jetzt ein neues Mandat. Beim „Tagesspiegel“ wurde Klusmann gesichtet und als Berater vorgestellt.

 

Es scheint ganz so, als strebe der Ex-„Spiegel“-Chef derzeit kein neues Amt an, obwohl sein Name jedes Mal gehandelt wird, wenn es um Spitzenpositionen geht.


Klusmann ist studierter Volkswirt und absolvierte sein Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten in Düsseldorf. Von 2018 bis 2023 war Klusmann Chefredakteur des „Spiegel“ und verantwortete die Fusion der Print- und Online-Redaktion. Davor führte er als Chefredakteur das „Manager Magazin“, „Capital“ und die „Financial Times Deutschland“.

 

In seine Zeit beim „Spiegel“ fiel auch die Aufarbeitung des Skandals im eigenen Haus um gefälschte Texte von Claas Relotius. Aus der Medienbranche bekam Klusmann Respekt für seinen Umgang mit der Aufarbeitung. In der jüngsten Vergangenheit war Klusmann Teil der dreiköpfigen Kommission, der die Vorwürfe gegen die SZ-Vize-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid zu ihrem Umgang mit Quellen in ihren journalistischen Texten untersuchte.

 

Klusmann hatte auch für den ARD-Sender Norddeutscher Rundfunk (NDR) den Fall rund um den umstrittenen preisgekrönten Journalisten, Putin-Biografen und Dokumentarfilmer Hubert Seipel untersucht, der Zahlungen aus Russland erhielt.

 

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